Archiv für Dezember 2008

Wenn ich noch ein Plätzchen seh muss ich kotzen, oder mich kreischend unterm Tisch verstecken.Oder beides.

Hah,wenn man mir unterstellt meinen Blog zu vernachlässigen bleibt dies natürlich nicht unbeherzigt. Hier nun also eine neue meiner Lebensweisheiten, ein Glück dass auch heute wieder eine um die Ecke gekommen ist: Kekse backen ist scheiße. Naja,also eigentlich nicht, grundsätzlich backe ich sogar ganz gern, aber unter Zeitdruck ist das echt doof. Andererseits bin ich auch nicht ganz unschuldig, wer seiner Mama die ganzen Kekse wegfrisst kann nicht davon ausgehen, ungeschoren davonzukommen. Das ist doch eine prima Lebensweisheit oder? Natürlich werde ich euch noch darüber aufklären, warum genau Kekse backen scheiße ist,also los(hach,Listen sind super):
1.Es ist undankbar. Man werkelt sich einen zusammen, lungert eine halbe Ewigkeit apathisch starrend vorm Backofen rum und dann, wenn das erlösende Piepsen des hässlichen digitalen Keks-back-Piepsgeräts einem endlich erlaubt das Blech der Begierde aus dem Ofen zu holen, stellt man fest, dass die ganze Patsche keine vernünftige Konsistenz hat, aber auch schon an den Ecken zu schwarz ist um noch weiter gebacken zu werden. Ich spreche in diesem Fall von Nussecken, wobei „Ecken“ in diesem Fall eine maßlose Übertreibung ist, „Eck“-toplasma trifft es wohl eher. Seufz.
2.Es verursacht ruhmlose Kriegsverletzungen. Ich habe es tatsächlich fertig gebracht mir den Oberarm(!) am Rand eines heißen Backbleches zu verbrennen, und der darauf folgende rote Fleck auf meinem Arm ist auch viel zu verdächtig eckig, um zu behaupten, man hätte ein niedliches Babykätzchen aus einem brennenden Irgendwas gerettet, oder was man halt sonst so erzählt um seine fast schon legendäre Tollpatschigkeit zu verschleiern. Obwohl,ich hätte natürlich behaupten können, jenes Babykätzchen aus meinem Backofen gerettet zu haben, was aber wohl die Frage aufgeworfen hätte,wie es da hin kam. Ups, ich schweife mal wieder ab.
3.Es verursacht Übelkeit. Auch wenn ich es für naheliegend halte, sei den Beherrschteren von euch erklärt, dass dies was mit dem klebrig-süßen, fettigen Zeug zu tun hat, von dem immer irgendwo was übrig bleibt, oder aus der Schüssel fällt, oder einfach plötzlich unüberhörbar „Iss mich!“ schreit. Und obwohl man natürlich weiß, dass dieser Aufforderung Folge zu leisten eine saublöde Idee ist, hat der rohe Keksteig immer irgendwie die besseren Argumente.
Und liebe Kinder, was lernen wir daraus(Achtung,neue Liste,geht also wieder von vorne los mit den Zahlen)?
1.Backt keine Nussecken,wenn ihr ungeduldig seid.
2.Zieht einen Pullover an,bevor ihr waghalsige Balancetricks mit einem heißen Backblech ausprobiert.
3.Esst nur so viel Keksteig, wie ihr vertragen könnt(Nicht dass ich glauben würde, dass das irgendwer tut weil ich es sage,die die es können haben sowieso eine übermenschliche Disziplin und die die es nicht tun, naja, die kann ich verstehen).
So, ich glaube nun gehe ich mich übergeben. Oder noch weitere Hasstexte zum Thema Weihnachtsbäckerei verfassen. Mal sehn.
Man liest sich.

Arg,sie haben Radamés geknebelt!

So,nach langer langer Zeit beehre ich meine treue Leserschaft(grob überschlagen handelt es sich dabei um ca 2-3 Personen,aber immerhin) mal wieder mit dem, was ich am allerbesten kann: Meckern. Heutiges Objekt meiner Abneigung: Ein halbfreiwilliger Opernbesuch,der meine ursprünglichen Pläne zumindest in Teilen zerschmetterte, und dessen Beurteilung meinerseits mich wahrscheinlich offiziell zu einem medienverseuchten Kulturbanausen erklärt. Also, erstmal zum Anlass der Ganzen Aktion: Eine Freundin von mir(wer diesen Blog längerfristig verfolgt dürfte sie unter dem Namen „200-Meter-Olle“ kennen) hat bei der aktuellen Aida-Inszenierung im Musiktheater Gelsenkirchen eine Statistenrolle angenommen, ihre Schilderungen zu den wie es klang menschenunwürdigen Proben (zB 3 Stunden Sit-Ups in einer Metallbadewanne) machten mich neugierig, und meine Eltern hatten meinem Patenonkel und seiner Freundin sowieso mal einen gemeinsamen Theater- bzw Opernbesuch versprochen. Die vergünstigten Karten taten ihr Übriges, und so war ich gezwungen,meine eigentliche Abendplanung (mal wieder ein Egotronic-Konzert, dieses Mal in Dortmund) hinten anzustellen,also erst in die Oper zu gehen,um danach zur Haltestelle zu stürzen(was natürlich wieder mal nicht so richtig hingehauen hat, irgendwie sind meine Pläne einfach grundsätzlich zu optimistisch fürchte ich).
Nun hatte ich bisher keinerlei Erfahrungen mit der klassischen Oper,sowieso finde ich es aber tendenziell eher unangenehm,wenn Leute, die eigentlich Schauspielern sollen, dann auch noch singen.Musicals,egal ob auf der Bühne oder verfilmt,waren also auch nie so meine Tasse Tee, auch wenn der von mir hochgradig verehrte Tim Burton sowas bastelte,konnte dies mich nicht begeistern,selbst mit Helena und Johnny nicht,obwohl ich beide ohne zu zögern heiraten würde,schon allein um ihnen den ganzen Tag zerrupfte Kleider bzw lustige Scherenhandschuhe und Piratenkostüme anzuziehen,hach….Ähh, wie auch immer,jedenfalls wurde ich durch eben jenen Opernbesuch in meinen Vorurteilen leider vollkommen bestätigt. Es hat mir alles viel zu lange gedauert(klar,wenn die Musik deutlich inhaltsgefüllter ist als die zugehörige Geschichte,dann muss man halt mal dreimal die selbe Szene spielen,darauf spielt übrigens auch der heutige Titel an,dies im Detail zu erklären würde aber den Rahmen dieses virtuellen Meckerkastens sprengen), ich bin nur bedingt empfänglich für klassische Musik(nicht dass ich sie nicht mögen würde, aber sie zieht meistens ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen an mir vorbei,so auch dieses mal),und die Worte „Heimat“,“Götter“,“Himmel“,“Vaterland“ und „Ehre“ (bekanntermaßen alles Dinge mit denen ich mich nicht wirklich identifizieren kann) machten gefühlte 90% des textlichen Inhalts aus(zumindest den Teil,den ich lesen konnte,der Text wurde nämlich an eine Wand projiziert,vor der aus meiner Richtung ein Kasten hing,dessen Zweck ich nicht ausmachen konnte),furchtbar. Dazu kam bedauerlicherweise,dass wir so weit weg saßen,dass ich die Statisten kaum erkennen konnte,weshalb ich die Person,die Anlass meines Opernbesuchs war,erst erkannte,als sich am Schluss alle Mitwirkenden verbeugten. Letzteres dauerte dann auch noch so lange,dass ich meinen Zug verpasste,und vom Egotronic-Konzert noch ganze 4 Lieder mitbekam,hmpf…
Aaaber weil ich mich doch immer bemühe, auch im Schlimmsten noch das gute zu sehen, seien hier auch die erfreulichen Erfahrungen des Opernbesuchs erwähnt:
1. Mein Patenonkel dachte einen Großteil der Zeit darüber nach, durch Schattenerzeugung der Adia Hasenohren zu verpassen(der Scheinwerfer war direkt hinter uns,wenn er aufgestanden wäre hätte er es sogar geschafft),was beweist,dass ich nicht die einzige war,die der Geschichte augenscheinlich nicht allzu viel abgewinnen konnte.
2.Mein in der 5. und 6. Klasse sehr verhasster Musiklehrer(er ließ uns in der 6. Sinfonien analysieren,eine Tätigkeit,die meinem ehemaliger Schlagzeuglehrer erst in seinem MusikSTUDIUM unterkam),der mittlerweile nicht mehr an meiner Schule unterrichtet,aber offenbar immer noch fleißig in die Oper geht, hat mittlerweile fast gar keine Haare mehr,hah!
3. Den beiden Typen mit den Trommeln(unten im Musikergraben) zuzusehen war sehr lustig, sie saßen sehr viel tatenlos herum und sahen mit genervtem Gesichtsausdruck den anderen Musikern zu. Das kam mir irgendwie bekannt vor,in meinen Bandproben damals durften auch immer alle unsinnig herumklimpern,nur ich nicht weil das ja dann gestört hätte,pah!
Soo,das muss nun auch mal reichen für heute, ich werde nun mal wieder weniger anspruchsvoller medialer Unterhaltung fröhnen.
Man liest sich.