Archiv für Januar 2009

Hach, Familienabende…

So langsam beschleicht mich der Verdacht, mein nur in seltenen Fällen auftretendes Organisationstalent ist erblich bedingt. Der Grund: Gestern war seit einiger Zeit(was auch besser so ist) mal wieder einer dieser „Wir treffen uns mit einem meiner 3 Großelternpaare(ja,ganz recht, 3 Paare und eine alleinstehende Oma,insgesamt also 7, ich bin in der Hinsicht bestens versorgt, das näher zu erklären bringt erfahrungsgemäß nichts, also nehmt es einfach so hin) um über Krankheiten, uns nicht bekannte Personen und die besten Kurorte an der Ostsee zu reden“-Abende. Ich, mit der Information versorgt man würde sich vorm „Hertie“ treffen, um dann gemeinsam zum Restaurant zu gehen(ich hatte nämlich keine Ahnung wo das war), kam also von der Schule nach Hause, versuchte mich in der kurzen zeit die ich hatte in eine halbwegs ansehnliche Enkeltochter zu verwandeln(wenn man zerzaust und verschwitzt vom Schulsport nach Hause kommt kein allzu Leichtes Unterfangen), hetzte zur Bahn (wie ich später erfuhr kam mein Stiefvater auch noch nach Hause und fuhr dann mit dem Auto dahin, den Teil hätte ich mir also schonmal sparen können), kam etwas zu früh vor Hertie an, machte aus Langeweile ein Foto von dem neusten Grafitti-Werk an dessen Wand(da stand „Bullen Mörder“,weiß nicht genau was es mir sagen wollte,hätte man den unbekannten Adressaten bezichtigt einen Polizisten umgebracht zu haben hätte man es ja wohl zusammengeschrieben, und hätte man die Polizei ihrerseits bezichtigt eine Bande von Mördern zu sein wäre ein Verb dazwischen angebracht gewesen),ärgerte mich, dass ich das Vorherige vor seiner Entfernung nicht fotografiert hatte(welches seinerseits „Deutschland,wir wissen wo dein Auto steht! Für ein freies und selbstbestimmtes“ lautetet,es ist naheliegend, dass der Verfasser unterbrochen wurde,aber die Message kam trotzdem rüber,außerdem war es in einer sehr niedlichen Schreibschrift verfasst) und dann tauchten meine Mutter und Oma auf(sie hatten sich schon vorher zum Bummeln getroffen) und waren ziemlich hektisch,weil meine Oma leider vergessen hatte, dass sie meinen Opa schon vor einer halben Stunde dort hatte treffen wollen. Da er augenscheinlich nicht da war, gingen wir zu dem Restaurant, wo wir auf meinen Stiefvater trafen, hineingingen(in der Hoffnung mein Opa wäre schon da), und ihn anriefen. Mein eingeschnappter Opa wollte aber nicht kommen, er ist einer dieser Menschen die, wenn sie irgendwo eingeladen sind, lieber eine halbe Stunde zu früh auftauchen, was einem immer die Vorbereitungsphase durcheinanderbringt, und somit auch sehr intolerant was die Verspätung anderer Menschen angeht. Mussten wir also zu viert essen. Immerhin wurden wir so mit den klassischen Themen verschont, also jedenfalls die Kurorte kamen nicht zur Sprache. Dafür ausgiebigst Tod, Krankheit, Wahnsinn(und alles was einem sonst noch so dazu einfallen kann), Schule(aua, dann doch bitte lieber weiter über Verwesung reden…) und die Tatsache, dass ein Kellner der alle 3 Minuten fragt, ob auch wirklich alles in Ordnung ist, noch mehr nervt als einer auf den man ewig wartet. Kurzum: Ein toller Abend, der noch dadurch abgerundet wurde, dass mir auffiel, dass meine neue Uhr (einer dieser Affektkäufe) höchstvermutlich nicht wasserdicht ist(jedenfalls sieht der Lautsprecher, der einem in penetranter, unverstellbarer Lautstärke die Zeit verrät(auf Englisch) nicht sehr wasserdicht aus). Schöner Mist. Als ob ich daran denken würde das Ding abzunehmen, wenn es mit Wasser in Berührung kommen könnte… Und der Film ist auch immer noch nicht entwickelt, obwohl die gesagt haben, dass ich die Fotos Mittwoch kriege. Alles hat sich gegen mich verschworen. Interessant, dass meine Laune eigentlich gar nicht so übel ist, da versteh einer die Hormone….

Von Trennungen, Freud, dem Nichtrauchen und Debbie Harry

Habe gerade lange über einen beiläufigen Vergleich in einem Artikel einer Studentenzeitschrift nachgedacht. Das worüber ich nachdachte hat aber objektiv betrachtet wenig mit dem eigentlichen Thema des Artikels zu tun, das war nämlich die Bewältigung von Trennungsschmerz, und er hatte im Übrigen bei aller Verehrung die ich dieser Zeitschrift sonst entgegenbringe absolut überhaupt nichts Neues zu erzählen. Nichtmal mir, die auf diesem Gebiet eigentlich nicht übermäßig erfahren ist, da ich dazu neige, der Möglichkeit der Entstehung von Trennungsschmerz dadurch vorzubeugen, dass ich äh, sagen wir mal nicht gerade emotional überschwänglich an potenzielle Beziehungen herangehe. Weshalb sie nicht zustande kommen. Und das einzige Mal(zumindest auf der Ebene einer sowohl emotionalen als auch sexuellen Beziehung,platonisch-emotional mag das schon öfter vorgekommen sein), wo eine Trennung tatsächlich Schmerzen in ausgiebigem Maße bei mir hervorrief, hätte mir das Zeug was da steht jedenfalls auch nicht geholfen. Ohje, jetzt bin ich aber wirklich gründlich abgeschweift, äh, der Vergleich, richtig. Es wurde einem angeraten, Erinnerungsstücke aufzubewahren, sie aber nicht an einem ständig sichtbaren Ort zu postieren, das ganze wurde verglichen mit (aha, endlich kommt sie zum Punkt!) einem Nichtrauch-Anfänger, der ja auch keine Schachtel Zigaretten auf seinen Nachttisch legt. Da wurde ich dann nachdenklich. Ich konnte schwerlich beurteilen, wie mit dem Nichtrauchen anfangen wohl ist, dafür müsste man ja erstmal mit dem Rauchen anfangen, und das ist etwas, was mich zu keinem Zeitpunkt meines bisherigen Lebens sonderlich gereizt hätte, außer vielleicht aus Gründen der Sexyness, die so mancher Raucher in diesen schleichend selbstmörderischen Akt des an etwas brennendem Ziehens zu legen vermag. Hatte allerdings Zweifel, dass das mir dies mit tränenden Augen und mäßig elegantem Husten gelingen würde. Also kein Rauchen, womit also sonst sollte ich das selbstzerstörerische Bewahren sichtbarer Indizien für eine der Vergangenheit angehörigen Beziehung vergleichen? Auf der Suche nach irrationaler Abhängigkeit meinerseits wurde ich überraschend fündig, als ich mich dabei ertappte, beim Lesen in meiner Tasche nach dem Kaugummi zu graben, das, entgegen meiner Vermutung, bereits zwischen meinen Zähnen klebte, und zwar seinem Geschmack nach zu urteilen schon ziemlich lang. Ja, okay, irgendwie bin ich schon ein Bisschen kaugummisüchtig. Der einzige einleuchtende Grund für Kaugummikonsum der mir einfällt, ist ein frischer Atem, der der sozialen Interaktion ja durchaus zuträglich ist. Alleine eine Zeitschrift lesend lässt sich dieses Argument aber wohl vernachlässigen. Soweit ich weiß sind in Kaugummis auch keine wissenschaftlich nachgewiesenen Suchtmittel enthalten, so kann ich mich also auch nicht rausreden. Was ist es dann? Gewöhnung, vielleicht. Aber wenn ja, wann ging das los? Und kann ich das wirklich Sucht nennen? Schließlich kaue ich ja nicht den ganzen Tag lang ununterbrochen auf aromatisiertem Kautschuk herum. Allerdings werden die Leute die behaupten, ein Bier am Tag mache noch keinen Alkoholiker auch meistens wissend belächelt. Dazu kommt, dass ich auch eine möglicherweise leicht übertriebene Menge an Lippenpflegestiften und Lipglosssorten mein eigen nenne, ebenfalls ohne einleuchtende Erklärung. Lippenbalsam hat bei mir höchstens bei Minusgraden eine medizinische Berechtigung, und Lipgloss(eigentlich ja ein Utensil zur Selbstverschönerung) schlägt, zumindest meiner Erfahrung nach, potenzielle Knutschpartner eher in die Flucht als sie zu locken, wer sich nicht selbst klebriges Zeug auf die Lippen schmiert, ist meist auch sehr bedacht darauf, Fremdbeschmierung zu verhindern. Die einzige Person, von der ich weiß, dass sie der Meinung ist, mit Lipgloss sehe jede Frau noch ein Bisschen besser aus, ist Debbie Harry, und der werde ich wohl in naher Zukunft nicht über den Weg laufen. Und selbst wenn glaube ich nicht, dass eine Absicht zu Knutschen bestehen würde, weder ihrerseits noch meinerseits. Also noch eine sinnlose, ungefährliche Pseudo-Sucht. Freud würde vermutlich sagen, das hätte was mit Störungen in meiner oralen Phase zu tun. Mir fällt grad nicht ein was meine Eltern da wohl falsch gemacht haben müssten, scheiße, ich sollte mal so langsam anfangen für meine Pädagogik-Abiklausur zu lernen. Aber nicht heute, nee, jetzt geh ich ins Bett. Und wer weiß, vielleicht träume ich ja davon mit einem Kaugummiautomaten zu knutschen…

„Kino – Dafür werden Filme gemacht“

Komme grad aus der Vor-Vor-Premiere von „Twilight“.War nicht so grausam wie die meisten Filme, deren Romangrundlage ich vorher gelesen hatte, auch wenn natürlich wieder wie bekloppt die Story verändert wurde um zu kürzen. War aber immerhin eine in sich halbwegs schlüssige Änderung, kann man ja nicht von allen Bestsellerverfilmungen behaupten. Das Einzige, was mir ziemlich auf den Keks ging waren die kreischenden Preteens um uns herum, wäh. Gut, man mag an dieser Stelle anmerken, dass ich möglicherweise auch ein wenig zu alt für kitschige Teenie-Vampirfilme bin, und man hat wahrscheinlich Recht damit. Aber was solls, ich werd wohl nie zu alt für Kitsch werden. Erwachsen werden kann ich wenn ich tot bin. Oder ging das Sprichwort anders?
Äußerst erstaunlich fand ich die Ähnlichkeit einer Nebenfigur des Films mit DerTanteRenate alias Norman von Bratze:

Abgefahren oder? Michael Welch heißt der Herr, vielleicht ein verlorener Zwilling?
Äh ja,viel mehr hab ich heut auch gar nicht zu erzählen glaub ich. Achso, neue Kamera, ein weiteres mich als Nerd entlarvendes Blödsinnsspielzeug. Das sagen jedenfalls meine Freunde. Holga heißt das gute Stück(einfach ins freundliche google-Fensterchen eintippen falls Interesse besteht), und wie ich heute in einer Mädchenzeitschrift las(wozu rausreden, meine Leidenschaft für Schund dürfte hier ja bereits bekannt sein), liege ich damit sogar noch total im Trend, super. Trotzdem starren einen die meisten Leute an wie ein Alien wenn man diesen schrottigen Plastikklotz auspackt, und dann auch noch behauptet, dieses Steinzeitrelikt würde FOTOS MACHEN, unmöglich, da ist ja gar kein Display. Werde den ersten verknipsten Film die Tage mal entwickeln lassen. Erwarte keine Meisterwerke(was man durch den Sucher sieht muss nicht zwangsläufig auf dem Foto sein), aber wenn ein Zufallstreffer dabei sein sollte, werdet ihr ihn zu sehen kriegen, versprochen.
Jetzt geh ich zurück zu meinen Kitschromanen, Modeheftchen und irratonalen Retro-Utensilien. Wie uncool ich mich selbst finden müsste, wenn ich nicht ich wäre :D

Wieder n Level geschafft.

Hm,ja. Ich glaube die Jammerei über die doofe Silvesterparty klemm ich mir dieses Jahr mal, sich über Schlägereien, vollgekotzte Toiletten und einen Dj der zwischendurch „mal raus das Feuerwerk angucken“ ging und derweil die Musik abgeschaltet ließ ausgiebig aufzuregen ist so leicht, dass es irgendwie keinen Spaß macht. Im Gegensatz zu dieser meine Horror-Erwartungen noch übertreffenden Silvester“party“ war Weihnachten gar nicht so schlimm. Meine Verwandschaft verhielt sich größtenteils recht friedlich. Sonst plätschern die Winterferien so vor sich hin, die meisten meiner Freunde geistern entweder in Berlin rum (was ich ja eigentlich auch vorhatte, naja, hat nicht sollen sein) oder haben im Gegensatz zu mir keine Schulferien, also beschäftige ich mich hauptsächlich mit Lesen, Fernsehen(und zwar den größten Schund, weil ich selbst keinen Fernseher habe und somit meine Mutter Herrin der Fernbedienung ist, was über die Feiertage miese Schwarzweißkrimis und noch miesere Farb-Heimatfilme bedeutete,bei denen meine Mama dann nostalgisch davon berichtete,wie wenig Kanäle das Fernsehen zu Zeiten der Dinosaurier hatte, oder so ähnlich), Schlafen(teilweise über irritierend lange Zeiträume, zB von vorgestern auf gestern 15 Stunden) und gelegentlichem Verlassen des Hauses(so zB morgen, weil ich mir eine neue Hose kaufen muss, weil ich mal wieder das letzte intakte Exemplar kaputtgekriegt hab, und Löcher in der Hose im Winter eine recht unerfreuliche Angelegenheit sind. Igitt, ich hasse Hosen kaufen. Sollte bei Finden einer Hose die mir gefällt beim nächsten Mal gleich mehrere auf einmal kaufen, dann hätt ich erstmal Ruhe und kann mich den wichtigeren Konsumgütern widmen. Äh, Socken oder so. Da sind auch immer so schnell Löcher drin.)…
Nun denn,das wars für heute,
Auf ein neues Jahr voller beklagenswerter Alltagsbanalitäten