Huch!

Hallo, du. Wer auch immer du bist, der das hier lesen sollte, denn man muss schon verflucht optimistisch sein, hier noch draufzugucken, nachdem ich mal wieder eine halbe Ewigkeit überhaupt nichts geschrieben habe. Aber nachdem ich soeben ein Bisschen im Blog von Patte herumgeguckt habe, fühle ich mich inspiriert, genau wie er in einem seiner Einträge, mal ein Bisschen was über meine seltsamen Angewohnheiten zu schreiben. Wobei ich nur die anführen kann, die ich auch bemerke, es kommt nicht selten vor, dass mich jemand den ich schon lange kenne,oder der mich gerade erst kennen gelernt hat plötzlich darauf hinweist, dass ich etwas ständig tue, und wenn ich dann meine Freunde frage sagen die alle „Ja klar, wusstest du das nicht? Das machst du echt immer!“. Also, die Dinge die ich weiß kommen in diese Liste:

1. Wenn ich jemandem etwas zu erklären versuche, nicke ich dazu gaaaanz langsam. Als würde ich denjenigen, mit dem ich da rede für komplett unterbelichtet halten, dem ist aber nicht so, tatsächlich habe ich das jahrelang getan ohne es überhaupt zu bemerken, bis mich mein Vater irgendwann mal dabei nachgemacht hat, und ich meinte nur so „Was machst du denn da, das sieht ja total bescheuert aus“ x)

2. Ich mache Geräusche wenn ich etwas mit meinen Händen mache. Also, gewissermaßen die Geräusche, von denen ich der Meinung bin, dass sie entstehen sollten bei dem was ich da mache. Wenn ich einen Krümel vom Tisch fege mache ich „dscht“, wenn ich etwas wegschnipse „pjum“, wenn ich die Computerkasse auf meiner Arbeit bediene mache ich „biep“ oder „düt“, weil ich finde, dass eine Kasse solche Geräusche machen sollte, unser Exemplar aber vollkommen lautlos ist. In ganz schlimmen Momenten murmle ich sogar „tapp tapp tapp“ vor mich hin, wenn ich schnell gehe. Zum Glück mache ich all diese Geräusche relativ leise, das heißt man muss schon ein gutes Gehör haben oder explizit darauf achten, um mein irres Gemurmel mitzubekommen. Nichtsdestotrotz kann ich es mir unmöglich abgewöhnen, also muss ich wohl damit leben, dass die Welt für mich ein Comic ist, der auf meine Onomatopoesie wartet :)

3. Anglizismen. Ganz schlimm. Zum Teil sind es ein Paar Menschen in meinem Bekanntenkreis(die es mit den Anglizismen noch mehr übertreiben als ich), zum Teil die Tatsache, dass ich Bücher gern auf Englisch lese, und Filme gern auf Englisch gucke(zumindest wenn dies die Originalsprache ist, wenn der Film zB schwedisch ist, oder japanisch, dann ist er eh übersetzt worden, da kann ich also genau so gut die deutsche Fassung angucken), jedenfalls rutschen mir andauernd englische Begriffe heraus. Einiges finde ich auf Deutsch einfach nur mühselig bis überhaupt nicht formulierbar, dann kann ich immer nur von Glück reden, dass die meisten meiner Freunde immer halbwegs verstehen was ich meine.

4. Ich muss immer alles anfassen, wie ein Kleinkind. Wenn ich mir ein Buch im Laden ansehe, muss ich nicht nur wissen wie es heißt und um was es geht, ich muss auch wissen wie es sich anfühlt. Erst Recht zählt das natürlich bei Kleidung oder Essen. Aber auch bei Gegenständen oder Bauwerken verspüre ich gelegentlich den Drang da mal kürz drüberzufühlen. Ich schätze mein Immunsystem muss sehr mächtig sein, wenn man bedenkt, dass ich auf diese Art vermutlich schon in so ca jeden Keim gegrabscht habe, der je auf einem Konsumgut oder einem öffentlich zugänglichen Ort hinterlassen wurde, und trotzdem schlimmstenfalls mal ab und zu eine Erkältung habe.

5. Ich mag es nicht, wenn mich fremde Menschen berühren. Und nein, dafür gibt es keinerlei frühkindliche Trauma-Erklärung oder sonstwas, ich bin genau so aufgewachsen wie ich mir das auch heute noch wünschen würde, und habe keinerlei Anlass, Angst vor Menschen zu haben. Bei Menschen, die ich kenne stört es mich auch eigentlich gar nicht, bei Menschen die ich sexuell anziehend finde(und hah, nein, dafür muss ich sie nicht besonders gut kennen) empfinde ich es logischerweise sogar als sehr angenehm, aber wenn jemand in der Bahn zu nah an mir dran sitzt, oder wenn in einer Menschenmenge jemand, der an mir vorbeiläuft mir dabei die Hand auf die Schulter/Hüfte legt(wahrscheinlich nur mit der Absicht, mich vorzuwarnen, dass er/sie an mir vorbei will), dann nervt mich das irgendwie, keine Ahnung warum. Wenn ich also von dir wegrücken oder zurückweichen sollte wenn wir uns begegnen sollten, hypothetischer Leser da draußen, dann nimm das nicht persönlich, wahrscheinlich merke ich es nicht einmal.

6. Ich beiße auf meiner Unterlippe herum. Das klingt im Vergleich zu den anderen Dingen auf der Liste jetzt völlig banal, ist aber wohl meine am häufigsten ausgeübte Angewohnheit. Bisher habe ich auch noch keinerlei Muster feststellen können, also, ich mach das wenn ich in Gedanken über etwas versunken bin(höchstwahrscheinlich versuche ich dann, etwas herauszukriegen, das ich vergessen habe), wenn ich Hunger habe, wenn ich an Sex denke, wenn ich Schnupfen habe und so den Mund zum Atmen leicht geöffnet lassen kann, ohne wie ein Fisch zu gucken, wenn ich nervös bin und auch einfach wenn meine Lippen trocken sind, und man da so kleine Fetzen abbeißen kann. Also, eigentlich fast immer.

7. Ich starre. Wenn ich jemanden angucken will, sei es weil er/sie sehr schön anzugucken ist, oder das genaue Gegenteil, sei es ein hübsches Kleidungsstück, oder vielleicht eine kleine ganz bezaubernde Ungereimtheit in einem sonst sehr strukturiert wirkendenen Auftreten, dann gucke ich auch. Ich versuche zwar wegzuschauen wenn derjenige mein Glotzen bemerkt, aber ich schätze sonderlich erfolgreich war ich dabei noch nie. Lustigerweise sehe ich Leute mit denen ich gerade rede allerdings kaum an, sondern meistens eher immer nur mal so kurz hingucken, und dann wieder woanders hin. Mir wurde schon unterstellt, dauernd zu lügen, weil ich den Leuten so wenig ins Gesicht sehe, aber so ist das nicht, ich krieg einfach auch gerne mit, was außerhalb meines Gespräches so im Raum vor sich geht.

8. Ich bin so gut wie immer gut gelaunt. Das ist genau genommen keine Angewohnheit, aber trotzdem nehme ich es mal in die Liste auf, weil es irgendwie zu mir dazu gehört, und Menschen mit launischerem Wesen zeitweise wirklich nervt. Sollte ich den Eindruck machen, schlecht drauf zu sein, bin ich in 99% aller Fälle einfach nur müde, wirklich mies drauf bin ich wirklich nur wenn sehr sehr viele Sachen auf einmal blöd laufen und ich sowieso schon einen seltenen schlechten Tag erwischt habe. Das ist einerseits durchaus praktisch, es gibt wenig auf der Welt, was mich runterziehen kann, egal wie doof das da draußen alles ist, in mir drin scheint immer die Sonne. Andererseits ärgert es die Leute, die versuchen mir eine Freude zu machen, weil man den Unterschied zu sonst kaum bemerkt. Wenn man so gut wie immer eine 9-10 auf dem Launometer hat, ist es eben schwierig, da an der Sichtbarkeit dieser Tatsache noch groß was zu steigern. Was aber keineswegs heißt, dass es sich nicht lohnen würde, denn innerlich kann ich meine Skala durchaus noch nach Oben erweitern ^^

So, mehr fällt mir spontan nicht ein. Wenn das hier jemand liest, der mich kennt, Ergänzungen werde gerne entgegengenommen :)