Ach scheiße!

Weil ich das gerade sehr merke, muss ich mal was korrigieren, was ich hier früher geschrieben habe: Nämlich dass ich meistens anstrengend gut gelaunt bin. Das stimmt nicht mehr so richtig. Also, ich hab immer noch gelegentlich gute Laune, aber die hängt dann direkt mit Urlaub, Wochenende, oder manchmal sogar nur Feierabend zusammen. Und genau das ist der Punkt. Ich hab erst wirklich verstanden, wie scheiße arbeiten ist, seit ich selbst ne 40Stundenwoche habe, für die ich mies bezahlt werde, die mir keine Zukunftsperspektive bietet, und während der ich von Kunden und Arbeitskollegen als Fußabtreter benutzt werde. Keine Ahnung, ob das vielleicht einfach an dem Beruf liegt, aber ich stelle fest, dass arbeiten gehen mich zu einem Nervenbündel macht. Ich komme nach Hause, und will erstmal mit niemandem reden, weil mich das ganze Gefasel des Tages total auslaugt(und das, obwohl ich nun wirklich kein besonders schweigsamer Mensch bin xD). Ich kriege Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass ich am nächsten Morgen schon wieder hin muss. Und mindestens einmal am Tag, könnte ich heulen, wegen der ganzen Scheiße, die ich an den Kopf geknallt kriege. Und weil ich natürlich die Menschen mit denen ich auf der Arbeit zu tun habe, nichts von all dem merken lassen kann(wenn ich meinen Job behalten will jedenfalls), bin ich manchmal den Menschen, die ich gern hab und die es gut mit mir meinen gegenüber total ätzend, was ich selbst auch merke, und das ärgert mich.
Nun wäre die logische Konsequenz, einfach alles hinzuschmeißen. Und glaubt mir, ich hab oft drüber nachgedacht. Sehr oft. Das Problem ist nur, ich hab schon so viel hingeschmissen, weil ich es scheiße fand, und bis jetzt ist das, was danach kam, dann immer noch ein Bisschen schlimmer geworden. Und wenn es jetzt noch schlimmer wird, dann werde ich das wahrscheinlich nicht mehr verkraften.
Und es ist seltsam, dass vielevieleviele Leute ja ähnlich furchtbare, wenn nicht noch schlimmere Jobs haben. Wie machen die das? Bin ich einfach nur ein wehleidiges Weichei, und der Rest der Welt kommt einfach nur besser klar? Oder ist die ganze Welt voller Menschen, die ihren Beruf voll super finden, und da gerne hingehn, und dass ich nur glücklich bin, wenn ich gar nichts tun muss, aber alles tun kann(wobei „Alles“ jetzt schon im Rahmen meiner Mittel bedeutet, wobei nicht auszuschließen ist, dass mich ein Haus mit Pool in Camden und eine eigene Bibliothek und ein eigener Kleintier-Zoo und derlei weitere Luxuriösitäten nicht noch glücklicher machen würden, aber man soll ja nicht unrealistisch sein ^^), ist einfach nur mein Problem?
So langsam aber sicher fange ich an, mich zu fragen, wie schlimm Hartz4 schon sein kann, im Vergleich zu meiner ganz privaten Arbeitshölle. Und ob ich nicht im Grunde gerade jemandem, der diesen Job viel mehr zu schätzen wüsste, die Stelle wegnehme…
Und ob ein Leben in sozialer Akzeptanz wirklich die Mühe wert ist.